Mira Pathak

Client Solutions Manager bei AIRINC

Mira Pathak, seit 2006 in Human Resources tätig, ist durch und durch international: Sie hat deutsche und indische Wurzeln, studierte in Paris und Berlin und lebte bereits 15 Jahre in London. Dort hat sie auch mit ihrer Schwester eine Office Yoga Firma namens Pathak Yoga gegründet mit dem Ziel, Achtsamkeit und Work Life Balance in Unternehmen zu tragen. Seit 2018 hat Mira dort eine stille Beraterfunktion inne und arbeitet im Bereich Global Mobility für die Firma AIRINC.

Wer ist AIRINC und was macht ihr dort?
Uns gibt es seit 1954 und am bekanntesten sind wir sicherlich für die Bereitstellung von Daten im Bereich Cost of living, Hardship und Housing. Internationale HR-Manager benutzen unsere Daten, um Gehaltspakete für Mitarbeiterentsendungen zu erstellen.
Darüber hinaus führen wir aber auch viele Benchmarking-Studien durch, beraten bei Entsendungsrichtlinien und entwickeln beispielsweise IT-Lösungen für andere Arten von Entsendungen. So haben wir Tools für permanente Entsendungen, Local (plus) Moves, einen Rechner für Lump Sum Allowances, ein Tool, das bei dem Wählen der passenden Richtlinie und Policy-Elementen hilft und viele mehr.

Du bist Client Solutions Manager bei AIRINC – was genau sind deine Aufgaben?
Als Client Solutions Manager ist der Link zwischen AIRINC und den Kunden. Wir arbeiten zum Beispiel an gemeinsamen Projekten, Kooperationen, Produktentwicklungen.
In meiner Position hat betreue ich Kunden, berate aber auch. Vor allem geht es aber auch darum, bei allen internationalen HR-Themen auf dem neuesten Stand zu bleiben, um gemeinsam mit und für den Kunden gute Lösungen zu finden, zum Beispiel IT Tools, Elemente bei Richtlinien oder Kunden im Change Management zu begleiten.
Wir bei AIRINC verstehen die Beziehung zwischen uns und den Kunden als partnerschaftlich. Das heißt, wir sind nicht nur ‚Datenzulieferer‘, sondern können mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt wahnsinnig gut voneinander lernen und unheimlich viel erreichen.

Wie groß sind die Unternehmen, für die ihr arbeitet? Ich kann mir vorstellen, dass eure Themen für kleine und mittelständische Unternehmen etwas abgehoben klingen könnten?
Wir arbeiten branchenweit und mit allen Kunden, die irgendwen ins Ausland schicken. Sei das eine Firma mit zwei Mitarbeitern oder über 5.000 Entsandten.
Es gibt schon Firmen, die mehr Mitarbeiter ins Ausland schicken als andere. Aber die Themen, bei denen wir helfen können, werden relevant, sobald man den ersten Mitarbeiter ins Ausland schickt. Oft ist das sogar schwieriger zu realisieren, als wenn man Tausende von Entsendungen und daher ganz andere Strukturen für deren Management zur Verfügung hat.

„[…] oft ist es schon so, dass Geschäftsführer natürlich primär finanzielle Ziele im Auge haben. Klar, Return on Investment ist wichtig. Aber wie misst man das?
Dass eine Entsendung nur erfolgreich sein kann, wenn sie von vorne bis hinten gut durchdacht und betreut ist, verstehen viele Geschäftsführer erst, wenn etwas schiefgelaufen ist.“

Hast Du schon mal in Human Resources in einem Unternehmen gearbeitet?
Nein. Intern Mitarbeiter gemanagt habe ich tatsächlich noch nicht.
Dafür war und bin ich auch in gewisser Weise wieder Expat. Alles selber von der anderen Seite gesehen zu haben, ist auch viel wert, finde ich. Denn jeder Fall ist einzigartig, und man darf nie vergessen, dass jede Entsendung einen Menschen, und oft sogar eine ganze Familie betrifft. Gerade in diesem hoch technologisierten Zeitalter ist dieses Bewusstsein sehr wichtig.

Was war Dein spannendstes Projekt in Bezug auf Personal und warum?
Ich finde, dass vieles im International HR sehr interessant ist. Es ist einfach ein Thema, mit dem man am Puls der Zeit bleibt. Ich liebe es, dass ich die Hauptstädte von Ländern kenne, mit denen ich sonst vielleicht nie in Kontakt gekommen wäre, und dass ich vielleicht weiß, warum die Lebenshaltungskosten dort wie hoch sind. Es ist also schwierig, ein Projekt herauszusuchen, aber mir würde jetzt auf Anhieb ein Hardship-Projekt einfallen, an dem ich mal mitgearbeitet habe. Da haben wir jeden Faktor neu evaluiert und an die bestimmte Firma angepasst. Es gab bei dieser Firma vieles, was Ausnahmen nötig machte, und diese von allen Seiten zu beleuchten, war wirklich faszinierend. Hardship ist weiterhin eines meiner Lieblingsthemen. Das Konzept ist wahnsinnig interessant. Oft gibt es viele verschiedene Meinungen dazu, die zu angeregten Diskussionen führen können.

Was ist Deine Erfahrung mit Geschäftsführern? Was ist ihre Erwartung an HR?
Verallgemeinern ist immer gefährlich, es viele Ausnahmen … Aber häufig ist es schon so, dass Geschäftsführer verständlicherweise primär finanzielle Ziele im Auge haben. Klar, Return on Investment (ROI) ist wichtig. Aber wie misst man das?
Dass eine Entsendung nur erfolgreich sein kann, wenn sie von vorne bis hinten gut durchdacht und betreut ist, verstehen viele Geschäftsführer erst, wenn etwas schiefgelaufen ist. Bei der erfolgreichen Planung und Durchführung eines Assignments ist das Global Mobility Team das Wichtigste. Es hat das Fachwissen und die nötigen Tools.
Ich glaube, mehr und mehr Geschäftsführer/Innen erkennen das auch, besonders wenn sie selbst Auslandserfahrung haben.

„Zahlenverständnis, Landeswissen, Steuer-und Rechtswissen wichtig. Aber genauso ist es für einen HR-Prozessberater wichtig, dass man sich in Leute hineinversetzten kann […] Ein Umzug zum Leben und Arbeiten in ein anderes Land ist nicht zu unterschätzen. Besonders wenn die Familie mitgeht, gibt es viel Konfliktpotential.“

Wo siehst Du die Funktionen Global Mobility und HR in zehn Jahren?
Global Mobility durchläuft gerade eine starke Umbruchsphase. Lange haben sich Trends angekündigt, aber nur langsam hat sich etwas verändert. Erst seit einigen Jahren wird Mobility anders angegangen. Viele Firmen bewegen sich weg von allzu lukrativen Zulagen als Ansporn für eine Entsendung. Das hat sicher auch mit Einsparungen zu tun. Aber viel wichtiger als monetäre Zulagen sind heutzutage Bereiche wie Talent Management mit Mobility zu verbinden, und vor allem die Employee Experience. Und wie verbindet man all diese verschiedenen Abteilungen miteinander? Wie lernt man von Dingen, die bei einer Entsendung gut oder nicht so gut gelaufen sind? Und vor allem, wie und wo hält man sie gut fest? Und selbst wenn man ein gutes Tool hat, wer wertet das dann alles aus und benutzt dieses Wissen für künftige Entsendungen?
Ich denke, dass sich der Trend nicht wirklich weg von Technologie wendet. Die richtigen Tools sind ungemein wichtig. Aber ein neuer Fokus wird sicher wieder der Mensch sein, also die Frage, wie verbindet man Tools und den Menschen der sie benutzt (zum Beispiel Global Mobility Teams), und den Menschen, der entsandt wird und dessen Familie mit umzieht?

Welche Eigenschaften sollten internationale HR-Prozessberater haben?
Zahlenverständnis, Landeswissen, Steuer- und Rechtswissen wichtig. Aber genauso ist es für einen HR-Prozessberater wichtig, dass man sich in Leute hineinversetzten kann. Viele Expats sind nicht aufs große Geld aus. Sie wollen Auslandserfahrungen sammeln, Interkulturalität in den Firmen fördern, Prozesse verbessern. Ein Umzug zum Leben und Arbeiten in ein anderes Land ist nicht zu unterschätzen. Besonders wenn die Familie mitgeht, gibt es viel Konfliktpotential. So etwas muss den HR-Prozessberatern klar sein, und sie müssen gut zuhören und Lösungen finden können. Selbst Auslandserfahrung zu haben ist natürlich immer ein Riesenbonus, aber es gibt auch Leute, die das nötige Einfühlungsvermögen von Natur aus mitbringen.

Wenn Du nicht auf Mission bei AIRINC wärst, in welcher Industrie oder welcher Rolle würdest Du dich gerne für die Gesellschaft einbringen?
Ich habe bereits einen meiner Träume verwirklicht und eine Firma für Corporate Yoga gegründet. Mit dieser haben wir geholfen, körperliches und mentales Wohlbefinden – Wellbeing – in Firmen weiterzutreiben. Das hat viel Spaß gemacht und wir haben dadurch vielleicht nicht die Welt verändert, aber vielen Individuen ein neues Bewusstsein für Work-Life Balance gegeben. Ein Thema, das mir schon lange am Herzen liegt, ist der Kampf gegen Weibliche Genitalverstümmelung und Zwangsheirat junger Mädchen. Irgendwann würde ich mich gerne in diesem Bereich mehr engagieren.

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